may 17th 2007 - july 4th 2007
Böhm Handelszentrum»»
The current exhibitions show works by Joseph Dadoune.
Khamsin 2006
Böhm Trade Cente
Since 1999 Katja Stuke and Oliver Sieber are publishing the photography project Frau Böhm. Since june 2005 „Böhm Trade Center“ is developed in the web. Works of other artists using (mostly) photography are shown here in a guestroom.
-
Joseph Dadoune, Khamsin 2006
Kodra, Kalamaria, Thessaloniki, Grèce.
Avec : Christodoulos Panayiotou
& Nikos Varitimiadis / Thanos Stokas / Charis Pallas / Panos Famelis.
Caméra : Oliver Imfeld.
In Israel ist Khamsin, oder Kamsin, ein heisser Wind, der von der Wüste her Sand trägt. Sein Name leitet sich von dem Wort fünfzig ab, weil er nur 50 Tage lang im Frühjahr weht. Khamsin ist sehr heiss und trocken, er füllt die Luft mit Staub und macht das Atmen schwer.
Die photographischen Aufnahmen, die während der Dreharbeiten zur doppelten Videoprojektion Chanti in Griechenland und Thessaloniki (Kalamaria) entstanden, stellen einen jungen Mann dar. Er ist von anderen jungen Männern umgeben, die auf ihn symbolischen Druck ausüben und dabei Zigaretten rauchen. Das Ganze spielt auf die latente Aggressivität und den latenten Paternalismus an, die zwischen Männern entstehen, und deutet auf eine politische Sicht von Identität.
Heute glaube ich, dass das Filmbild die beste Semantik darstellt, um die verschiedenen Seiten eines Themas gebündelt darzustellen.
Ich wollte nichts unmittelbar sichtbar machen. Es ging mir eher darum, ein Format anzubieten, das den Zugang zu einem visuellen und akustischen Aufbau eröffnet. Dadurch wird eine Sicht auf eine Alltagsrealität möglich, die geprägt ist von Fragen um den Judaismus, den Post-Kolonialismus, das Leben in Randgebieten, von Homosexualität und Gewalt. Diese Fragen bilden eine erniedrigende Realität.
Es handelt sich um eine Spielszene mit vier jungen Männern aus der Peripherie Thessalonikis, die rauchen und ihren Qualm einem weiteren Jungen aggressiv ins Gesicht blasen, den sie so "beruhigen".
Das Zerbrechliche am Jungen scheint ihre Männlichkeit zu hinterfragen. Solche Machtverhältnisse zwischen Männern gibt es wirklich, sei es bei der Arbeit oder beim Alltag auf der Strasse.
Ich selbst habe in Ofakim, einer Stadt anderthalb Stunden von Tel-aviv entfernt, gelebt. Die geschilderten Situationen haben durchaus Ähnlichkeiten mit meiner Lage.
In Ofakim wurden zahlreiche nordafrikanische Juden versammelt und in der Zeit, in der ich dort gelebt habe, war sie eine Enklave. Die Politik hat nichts gegen die Ausgrenzung oder für die Schulbildung dieser Menschen unternommen. Die Stadt lebt am Rande, hat keine Industrie und keine Arbeit oder Entwicklungschancen für ihre Einwohner. Wer aus Ofakim kommt, wird sofort anders als alle anderen wahrgenommen. Die Aussprache, der Akzent, der Tonfall sind anders.
Das Format der Installation, mit Schnitt, gelebten Szenen und Aufbau, stellt auch die Frage, wie man mit gelebten Dingen umgehen und dabei Pathos und übertriebene Sentimentalität ausschliessen kann.
Selbst wenn ich mit authentischen Dokumenten arbeite, möchte ich keine Dokumentation erstellen.
Kunst hat immer schon die Zeit reflektiert, in der sie entstand. Ich möchte durch die Form eine Distanz zum Realen aufrechterhalten.
In dieser Arbeit werden Bilder synchronisiert und im selben Raum gegenübergestellt. Es geht mir nicht darum, eine Fiktion anhand einer Realität zu erfinden. Ich möchte viel eher Türen aufmachen, um Verbindungen zu ermöglichen.
Produktion : Joseph Dadoune & Rama Production, Frankreich.
Mit : / European Art Exchanges (Strasbourg) – ArtBOX, Grèce.
Danke an : Maria Kenenidou / Dr Sania Papa
-
The current exhibitions show works by Joseph Dadoune.
Khamsin 2006
Böhm Trade Cente
Since 1999 Katja Stuke and Oliver Sieber are publishing the photography project Frau Böhm. Since june 2005 „Böhm Trade Center“ is developed in the web. Works of other artists using (mostly) photography are shown here in a guestroom.
-
Joseph Dadoune, Khamsin 2006
Kodra, Kalamaria, Thessaloniki, Grèce.
Avec : Christodoulos Panayiotou
& Nikos Varitimiadis / Thanos Stokas / Charis Pallas / Panos Famelis.
Caméra : Oliver Imfeld.
In Israel ist Khamsin, oder Kamsin, ein heisser Wind, der von der Wüste her Sand trägt. Sein Name leitet sich von dem Wort fünfzig ab, weil er nur 50 Tage lang im Frühjahr weht. Khamsin ist sehr heiss und trocken, er füllt die Luft mit Staub und macht das Atmen schwer.
Die photographischen Aufnahmen, die während der Dreharbeiten zur doppelten Videoprojektion Chanti in Griechenland und Thessaloniki (Kalamaria) entstanden, stellen einen jungen Mann dar. Er ist von anderen jungen Männern umgeben, die auf ihn symbolischen Druck ausüben und dabei Zigaretten rauchen. Das Ganze spielt auf die latente Aggressivität und den latenten Paternalismus an, die zwischen Männern entstehen, und deutet auf eine politische Sicht von Identität.
Heute glaube ich, dass das Filmbild die beste Semantik darstellt, um die verschiedenen Seiten eines Themas gebündelt darzustellen.
Ich wollte nichts unmittelbar sichtbar machen. Es ging mir eher darum, ein Format anzubieten, das den Zugang zu einem visuellen und akustischen Aufbau eröffnet. Dadurch wird eine Sicht auf eine Alltagsrealität möglich, die geprägt ist von Fragen um den Judaismus, den Post-Kolonialismus, das Leben in Randgebieten, von Homosexualität und Gewalt. Diese Fragen bilden eine erniedrigende Realität.
Es handelt sich um eine Spielszene mit vier jungen Männern aus der Peripherie Thessalonikis, die rauchen und ihren Qualm einem weiteren Jungen aggressiv ins Gesicht blasen, den sie so "beruhigen".
Das Zerbrechliche am Jungen scheint ihre Männlichkeit zu hinterfragen. Solche Machtverhältnisse zwischen Männern gibt es wirklich, sei es bei der Arbeit oder beim Alltag auf der Strasse.
Ich selbst habe in Ofakim, einer Stadt anderthalb Stunden von Tel-aviv entfernt, gelebt. Die geschilderten Situationen haben durchaus Ähnlichkeiten mit meiner Lage.
In Ofakim wurden zahlreiche nordafrikanische Juden versammelt und in der Zeit, in der ich dort gelebt habe, war sie eine Enklave. Die Politik hat nichts gegen die Ausgrenzung oder für die Schulbildung dieser Menschen unternommen. Die Stadt lebt am Rande, hat keine Industrie und keine Arbeit oder Entwicklungschancen für ihre Einwohner. Wer aus Ofakim kommt, wird sofort anders als alle anderen wahrgenommen. Die Aussprache, der Akzent, der Tonfall sind anders.
Das Format der Installation, mit Schnitt, gelebten Szenen und Aufbau, stellt auch die Frage, wie man mit gelebten Dingen umgehen und dabei Pathos und übertriebene Sentimentalität ausschliessen kann.
Selbst wenn ich mit authentischen Dokumenten arbeite, möchte ich keine Dokumentation erstellen.
Kunst hat immer schon die Zeit reflektiert, in der sie entstand. Ich möchte durch die Form eine Distanz zum Realen aufrechterhalten.
In dieser Arbeit werden Bilder synchronisiert und im selben Raum gegenübergestellt. Es geht mir nicht darum, eine Fiktion anhand einer Realität zu erfinden. Ich möchte viel eher Türen aufmachen, um Verbindungen zu ermöglichen.
Produktion : Joseph Dadoune & Rama Production, Frankreich.
Mit : / European Art Exchanges (Strasbourg) – ArtBOX, Grèce.
Danke an : Maria Kenenidou / Dr Sania Papa
-

<< Home